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Das Wichtigste von A bis Z: Grund- und Fachbegriffe
der Röntgenfilmentsorgung für Sie erklärt

Aufbewahrungsfrist

Medizinische Dokumente unterliegen einer zehn- bis dreißigjährigen Aufbewahrungsfrist und müssen sicher geschützt aufbewahrt werden. In Deutschland ist die Aufbewahrung von Patientenakten über zehn Jahre nach der letzten Behandlung gesetzlich vorgeschrieben. Gleiches gilt für Röntgenfilme. Röntgentherapie-Aufnahmen müssen sogar 30 Jahre lang verwahrt bleiben. Nach Ablauf dieser Fristen muss ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb mit der Vernichtung der Röntgenbilder und Patientenakten beauftragt werden.
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Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)

Im Jahr 1963 gegründet, ist es das Ziel der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), einen in den Bundesländern einheitlichen Vollzug des Abfallrechts sicherzustellen. Bund und Länder tauschen sich über dieses Arbeitsgremium der Umweltministerkonferenz (UMK) aus und teilen Informationen sowie Erfahrungen. In diesem Kontext schlägt die LAGA Verbesserungen vor, regt an und veröffentlicht Merkblätter, Richtlinien und Informationsschriften zum Thema.

Computertomographie

Die Computertomographie ist ein medizinisches Untersuchungsverfahren. Hierbei rotiert eine Röhre um den Patienten und die Röntgenstrahlung wird genutzt, um das Gewebe eines Körpers zu durchleuchten. Im Gegensatz zum klassischen Röntgen lassen sich dreidimensionale Bilder erzeugen. Die Methode eignet sich insbesondere für die Untersuchung von Knochen.

Datenschutz

Röntgenfilme und Datenträger enthalten personenbezogene und besonders schutzwürdige Informationen. Deshalb müssen sie sicher aufbewahrt und umgehend nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist datenschutzkonform vernichtet werden. Schutz und Umgang sensibler Patientendaten von der sicheren Aufbewahrung und Entsorgung unterliegt seit Erlass der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Verbindung mit dem neuen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) seit Mai 2018 noch schärferen Datenschutz-Vorschriften. Bei Rechtsverletzungen drohen Abmahnungen und hohe Geldbußen. Die Entsorgung und Vernichtung von Röntgenfilmen verlangt nach höchsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards gemäß der maßgeblichen internationalen Norm ISO/IEC21964 (DIN 66399).
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Datenschutzbeauftragte (Datenschutzbeauftragter)

Datenschutzbeauftragte kontrollieren, überwachen und leiten Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten in Behörden und Unternehmen an. Sie sind gleichzeitig Anlaufstelle für die Aufsichtsbehörde. Die vielfältigen Aufgaben bildet in der Regel die Geschäftsordnung ab. Datenschutzbeauftragte agieren weisungsfrei und unterstehen einem besonderen Benachteiligungsverbot sowie Kündigungsschutz. Wann sie benannt werden müssen, schreiben Art. 37 bis 39 DSGVO sowie § 5 bis 7 sowie § 38 BDSG vor. Nicht-öffentliche Stellen sind dazu verpflichtet, wenn mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten betraut sind. Auch Auftragsverarbeiter wie Röntgenfilmentsorger müssen einen Datenschutzbeauftragten bestellen. Die Berufung richtet sich nach beruflicher Qualifikation und Fachwissen zum Datenschutz.

ISO/IEC 21964

Die ISO/IEC 21964 ist die internationale Version der in Deutschland für die Akten- und Datenträgervernichtung richtungsweisenden DIN 66399. Sie berücksichtigt die unterschiedlichen Datenträger und die durch die Digitalisierung veränderten Anforderungen an den Datenschutz. Dabei sind drei Schutzklassen, nach denen die Datenträger entsprechend ihres Schutzbedarfs eingeordnet werden, definiert: Schutzklasse 1 gilt für interne Daten mit normalem Schutzbedarf, Schutzklasse 2 für nicht allgemein zugängliche personenbezogene und vertrauliche Daten mit hohem Schutzbedarf und Schutzklasse 3 für geheime Daten mit sehr hohem Schutzbedarf. Darüber hinaus regelt die Norm weitergehende technische und organisatorische Anforderungen an den Prozess der Datenträgervernichtung. So sind etwa die Größen der Partikel, die aus den Schreddern kommen dürfen, nach Sicherheitsstufen (3 bis 7) genau festgelegt.
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Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) regelt das deutsche Abfallrecht. Es sichert die umweltverträgliche Bewirtschaftung von Abfällen und fördert einhergehend damit den Kreislauf bzw. die Wiederverwertung von wichtigen Ressourcen innerhalb der Wirtschaft.
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Magnetresonanztomographie

Die Magnetresonanztomographie (MRT oder auch Kernspintomographie) ist ein in der medizinischen Diagnostik eingesetztes bildgebendes Verfahren. Es wird genutzt, um Organe, Gehirn und Gewebe, aber auch Herz, Gefäße und Drüsen genauer zu untersuchen. Mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen können im MRT Schnittbilder des Körpers in beliebigen Ebenen erzeugt werden. Daraus lassen sich 3D-Datensätze berechnen. Im Vergleich zur CT (Computertomographie) ist eine bessere Weichteildarstellung ohne Strahlenbelastung möglich.

Röntgenbild

Ein Röntgenbild ist ein durch Anwendung von Röntgenstrahlung erzeugtes Abbild. Benannt nach der von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckten Strahlung ist die Röntgenaufnahme eines der bekanntesten bildgebenden Verfahren in der Medizin. Elektromagnetische Wellen durchdringen den Körper und beleuchten den Röntgenfilm. Früher wurde das Röntgenbild noch analog auf eine spezielle Folie aufgenommen. Inzwischen hat sich digitales Röntgen mithilfe von Computern durchgesetzt. Neben den optisch vorhandenen Informationen enthalten solche Aufnahmen, entweder auf dem Bild selbst oder auf dem Schutzumschlag, personenbezogene Daten. Diese Informationen bilden einen sensiblen Datensatz, der entsprechend sicher aufbewahrt und nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sicher vernichtet werden muss.
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Röntgenfilm

Der Röntgenfilm ist ein optimierter fotografischer Film. Durch die Beschichtung von beiden Seiten mit einer fotografischen Emulsion erlangt man eine bessere Strahlenabsorption. Dadurch kann man diesen Film mit Röntgenstrahlen beleuchten. Alle Arten von Röntgenfilmen enthalten wiederverwertbare Bestandteile, z.B. wertvolles Edelmetall (Silber) und recyclingfähigen Kunststoff.

Röntgenfilmentsorgung

„Röntgenfilmentsorgung“ oder auch „Röntgenbildentsorgung“ steht für das Verfahren, mit dem analoge Röntgenbilder (z. B. CT-Filme, Laserfilme, unbelichtete Filme, Industriefilme) fachgerecht verwertet werden: In speziellen Entsorgungsanlagen zerkleinern Schneidmühlen die Röntgenfilme zunächst. Danach werden die Partikel gewaschen, die Daten unwiederbringlich vernichtet und Wertstoffe zurückgewonnen. Seit Anwendungspflicht der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) müssen die Betreiber von Röntgenfilmverwertungsanlagen gegenüber Kunden wie Arztpraxen nachweisen, dass ihre Maschinen und Arbeitsprozesse die hohen Datenschutz- sowie Sicherheitsanforderungen erfüllen. Denn Röntgenfilme und andere Datenträger enthalten personenbezogene Daten, die besonderem gesetzlichen Schutz unterliegen. Der Nachweis erfolgt v. a. mit dem Datenschutz-Zertifikat nach DIN SPEC 66399-3 / ISO/IEC 21964 (Schutzklasse 1 bis 3-, Sicherheitsstufen P7, F7, P4).

Sicherheitsstufen

Akten und Datenträger werden nach DIN 66399 rückstandsinformationssicher vernichtet. Die Ermittlung des Schutzbedarfs und die Zuordnung der Schutzklasse sowie der Sicherheitsstufen dient zur Klassifizierung der zu entsorgenden Daten. Der Schutzbedarf wird nach der DIN 66399 in folgende Schutzklassen eingeteilt:

Schutzklasse 1 - Normaler Schutzbedarf für interne Daten Schutzklasse 2 - Hoher Schutzbedarf für vertrauliche Daten Schutzklasse 3 - Sehr hoher Schutzbedarf für besonders vertrauliche und geheime Daten

Jede Datenträger-Kategorie wird zusätzlich in sieben Sicherheitsstufen unterteilt. Die Sicherheitsstufe, die ein Aktenvernichter erzeugt, hängt von seinen Schneidwellen ab. Je höher die Sicherheitsstufe, desto kleiner sind die geschredderten Partikel. Jeder Schutzklasse können unterschiedliche Sicherheitsstufen zugeordnet werden, möglich sind jedoch nur folgende Kombinationen:

Datenträger der Schutzklasse 1 können den Sicherheitsstufen 1, 2 und 3 zugeordnet werden. Datenträger der Schutzklasse 2 können den Sicherheitsstufen 3, 4 und 5 zugeordnet werden. Datenträger der Schutzklasse 3 können den Sicherheitsstufen 4, 5, 6 und 7 zugeordnet werden.

Röntgenbilder werden nach Sicherheitsstufe P4, F1 vernichtet.

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Silberhalogenide

Die chemischen Verbindungen des Elements Silber mit Halogenen bezeichnet man als Silberhalogenide. Silber ist eines der wenigen Elemente - neben Blei und Quecksilber - das mit Halogenen diese schwerlöslichen Salze bildet. Zu den Silberhalogeniden gehören Silberfluorid (AgF), Silberchlorid (AgCl), Silberbromid (AgBr) und Silberiodid (AgI).

Wertstoffe

Bei der Entsorgung von Röntgenfilmen werden wertvolle Rohstoffe wie Silber und Kunststoff zurückgewonnen. Dafür werden sie nach der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit von zehn Jahren der Silberrückgewinnung zugeführt. Spezielle Schneidmühlen zerschreddern die alten Filme in kleine Partikel und waschen diese anschließend mit Hilfe von Enzymen. Dabei löst sich die silberhaltige Schicht vom Kunststoff und beide Wertstoffe gelangen in den Wirtschaftskreislauf zurück. Diese konsequente Rückgewinnung von Ressourcen ist ein zentraler Baustein für nachhaltige Entsorgung.
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Zertifizierung (Entsorgungsfachbetrieb)

Abfallerzeuger sind dazu verpflichtet sich Gewissheit zu verschaffen, dass das beauftragte Unternehmen zur vorschriftsmäßigen Erledigung der übertragenen Entsorgungsaufgaben befugt ist. Entsorgungsfachbetriebe sind laut Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) einer Reihe von Überprüfungen und Zertifizierungen unterworfen. Die Zertifizierung von Entsorgern übernehmen unabhängige Überwachungsorganisation, sogenannte Zertifizierer. Jährlich überprüfen sie hierfür die Arbeit des Entsorgungsunternehmens in verschiedenen Teilbereichen. Sind alle Anforderungen erfüllt, ist der Zertifizierer verpflichtet, dem Unternehmen ein schriftliches, befristetes Überwachungszertifikat auszustellen. Geregelt sind alle diese Anforderungen in der Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe (EfbV). Zertifizierte Entsorgungsunternehmen stellen zudem immer einen gesetzeskonformen AV-Vertrag zur Verfügung.
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Röntgenblick

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