Röntgenbilder zu recyceln ist gesetzlich vorgeschrieben und schont natürliche Ressourcen

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Bildnachweis: Faysal Ahamed (iStock)
9. Juni 2022

Umweltfreundliches und datenschutzgerechtes Recycling von Röntgenbildern gesetzlich fixiert

Röntgenbilder enthalten Silber und Kunststoff. Deren Rückgewinnung ist aus ökologischen wie ökonomischen Gründen sinnvoll. In den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt, können die Wertstoffe für vielfältige Zwecke wiederverwendet werden. Das spart Primärressourcen, schont Umwelt und Klima. Kliniken, Praxen oder Unternehmen aus Industrie und Werkstoffprüfung erhalten für die Abgabe an einen Recyclingbetrieb eine Vergütung. Röntgenfilme sicher entsorgen zeigt, wie das Recycling dort funktioniert und an welche gesetzliche Parameter sich Abfallerzeuger bzw. Abfallbesitzer und Recycler halten müssen.

Verwertung von Abfällen nach KrWG vorgeschrieben

Als Abfallerzeuger oder Abfallbesitzer sind medizinische Einrichtungen und Unternehmen, die mit analogen Röntgenbildern arbeiten, zur ordnungsgemäßen und umweltfreundlichen Verwertung verpflichtet. So schreibt es § 7 des maßgeblichen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) vor. Das gilt auch für Fehl-, Test- und Kontrollaufnahmen, überlagerte sowie durch Feuchtigkeit oder Wasserschäden zerstörte Röntgenbilder.

Beim Recycling der Röntgenbilder persönliche Daten schützen

Neben der Verwertungspflicht müssen Einrichtungen des Gesundheitswesen die Vorgaben aus der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG neu) bei der Röntgenfilmentsorgung anwenden. Denn medizinische Röntgenbilder enthalten persönliche Daten (z. B. Patientenname und -geburtsdatum), die nach genannten Regelwerken besonders schutzbedürftig sind. Und das während der Speicherung, Lagerung bzw. Archivierung und genauso während der Verwertung, die deshalb in einem geschlossenen Prozess, d. h. geschützt vor unbefugtem Zugriff, erfolgen muss.

Die rundum datenschutzkonforme Verwertung – angefangen von der Abholung über den Transport bis hin zum eigentlichen Recycling – weisen Entsorgungsfachbetriebe mit entsprechenden Zertifizierungen nach, bspw. mit einem Datenschutz-Zertifikat nach DIN SPEC 66399-3 / ISO/IEC 21964. Weiterhin gehören AV-Verträge auf Grundlage von Artikel 28 DSGVO und Vernichtungsprotokolle im Nachgang zur Praxis von Entsorgungsfachbetrieben.

Was passiert mit den Röntgenfilmen in der Recyclinganlage?

Sind die Röntgenbilder, die nicht länger aufbewahrt werden müssen, in einer Recyclinganlage angekommen, müssen sie zunächst nach Art und Qualität sortiert werden. Oft verwendete Papier- oder Schutzhüllen werden dabei aussortiert und separat recycelt. Die reinen Filme kommen schließlich in Spezial-Schredder. Ein Waschvorgang trennt im Anschluss die Silberbeschichtung vom Kunststoff. Der sogenannte Silberschlamm geht dann in die Trocknung, entzogenes Wasser wird wieder aufbereitet. Aus dem Silberschlamm wird sodann reines Silber gewonnen.

In jedem Kilogramm von Röntgenbildern sind mehrere Gramm Silber enthalten. Deshalb sind auch immer wieder dubiose Angebote bei der Röntgenfilmentsorgung im Umlauf oder es kommt gar zu Betrugsversuchen in Kliniken. Da beim unsachgemäßen Umgang mit den Patientendaten der Abfallerzeuger und -Besitzer verantwortlich gemacht werden kann, sollten Entsorgungsfragen immer sehr genau geprüft und unter dem Aspekt Sicherheit geregelt sein.

Mit privaten Röntgenbildern etwas für die Umwelt tun

Zu Hause archivierte Röntgenbilder dürfen zwar über die graue Hausmülltonne entsorgt werden, doch bei der Verbrennung gehen die Wertstoffe komplett verloren. Ebenso steht niemand in puncto Datenschutz in der Verantwortung. Daher ist es ratsam, alte Röntgenbilder in der Praxis oder in dem Krankenhaus wieder abzugeben, wo sie aufgenommen wurden. Einige Einrichtungen verfügen über eine öffentlich zugängliche Recycling-Tonne. Vielerorts ist auch die Abgabe beim Wertstoffhof möglich.

Röntgenblick

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